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Der Geist der Tiere: Moralisch relevant?

on 30. Oktober 2013

Die Suche nach einer “anthropologischen Differenz” begleitet das westliche Denken seit den Anfängen: Gibt es irgendein Merkmal, das nur wir Menschen haben und das uns definitiv von allen übrigen Tieren unterscheidet? Die Vernunft, eine unsterbliche Seele, die Sprache, das Selbstbewusstsein oder der Gebrauch von Werkzeugen: Es gibt kaum ein Charakteristikum, das über die Jahrhunderte nicht als besonders verheissungsvoller Kandidat für den alles entscheidenden Unterschied gehandelt wurde.

Doch wozu eigentlich diese Suche nach der grossen Differenz? Für die abendländischen Philosophen lag die Antwort auf der Hand: Was uns von den Tieren unterscheidet, das hebt uns auch moralisch von ihnen ab. Weil wir Menschen z.B. intelligent sind, uns mit Sprache verständigen können oder über eine besondere Form des Selbstbewusstseins verfügen, stehen wir über den Tieren, die all das zu tun nicht in der Lage sind.

Aber spielt es – wenn es um einen moralisch akzeptablen Umgang mit einem Lebewesen geht – überhaupt eine Rolle, ob es diese Eigenschaften hat? Und falls ja: Was wäre, wenn sich herausstellen würde, dass auch (manche) Tiere eine Sprache haben, vernünftig handeln und über sich selbst reflektieren können?

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Der Sammelband Animal Minds & Animal Ethics geht anhand neuester Forschungen über die geistigen Fähigkeiten von Tieren diesen brisanten Fragen nach. Mit dabei sind weltweit bekannte VertreterInnen sowohl aus der Verhaltensforschung als auch der Philosophie und Ethik. Herausgegeben wurde die Anthologie von Klaus Petrus (TIF) und Markus Wild.

Dieser Artikel wurde ursprünglich bei tier-im-fokus.ch publiziert.